„Die simplen Tricks sind oft die besten“ |
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- Spiegel Online berichtet über die Tricks der Wirtschaftsspione Laut Spiegel Online verlieren deutsche Unternehmen jährlich rund acht Milliarden Euro durch Wirtschaftsspionage. Dabei seien die einfachsten Tricks oft die erfolgreichsten, vor allem „die Schwachstelle Mensch“ biete häufig ein leichtes Angriffsziel: 80 Prozent der Spionangriffe finden nicht auf technischer, sondern auf menschlicher Ebene statt. Immer wieder machen spektakuläre Fälle von Wirtschaftsspionage Schlagzeilen. Die Täter sind Geheimdienste, konkurrierende Unternehmen, gekaufte Insider. Know-how, in das ein Unternehmen oft viel Geld investiert hat, wird gestohlen und fällt an die Konkurrenz.Acht Milliarden Euro Schaden pro Jahr entstünden der deutschen Wirtschaft durch Wirtschaftsspionage - so eine gängige Schätzung. "Ich glaube aber, diese Zahl ist noch zu klein", sagt Bernhard Esslinger, Dozent für IT-Sicherheit an der Universität Siegen. Denn die meisten Unternehmen halten es geheim, wenn sie Opfer von Wirtschaftsspionage geworden sind. Warum fallen Unternehmen trotz aller Warnungen in so großer Zahl auf Spitzel herein? Ein Grund: Moderne Kommunikationssysteme bieten viele Schwachstellen, die technisch versierte Spione ausnutzen können. "Die Gefährdung ist eindeutig gestiegen", sagt Esslinger. "Die Firmen sind heute offener denn je." Und das Ausspionieren von Telefongesprächen, von E-Mail oder Fax-Verkehr ist für Spione kein Problem. Handys, Voice-over-IP oder Videokonferenzen bieten Hackern viele Möglichkeiten, sich unbemerkt in den Informationsfluss einzuklinken. Oft nutzen die Wirtschaftsspione raffinierte Methoden: "Hollywood-Spionagefilme sind meist keine Übertreibung", sagt Wirtschaftsinformatiker Thomas Pütz, und berichtet von ferngesteuerten Handys, Infrarot-Luftaufnahmen und von Geheimauftrag "Russisches Putzkommando". Für seine Diplomarbeit über Wirtschaftsspionage hat Pütz mit Sicherheitsexperten und Mitarbeitern des Verfassungsschutzes gesprochen - und die Tricks der Spione zusammengefasst.
Oft genug reichen ganz einfache Methoden, um arglose Firmen zu überlisten. "Die Unternehmen haben meist Scheuklappen auf und sehen nicht, was sie nicht sehen wollen", sagt Manfred Fink. Der Chef der Firma Fink Secure Communication ist seit 1986 selbstständiger Sicherheitsberater und seit 1999 öffentlich bestellter Sachverständiger für Abhörsicherheit. Unter seinen Kunden sind auch Dax-Konzerne. "Schonungslos Schwachstellen offen legen", so formuliert Fink seinen Auftrag. Zu oft schaut er in erstaunte Gesichter, wenn er seinen Kunden nach einer Sicherheitsüberprüfung aufzählt, auf welchen Wegen ihr wertvolles Wissen einfach gestohlen werden kann. Bestochene Putzfrauen, Spionage per Satellit, angezapfte Videokonferenzen - Fink sagt: "Ich glaube oft, schon alles gesehen zu haben. Aber ich werde immer wieder überrascht."
SPIEGEL ONLINE - 10. Oktober 2007, 10:10 |
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