Diskretion, bitte!

Der Rheinische Merkur sprach mit Safe-com Sales Director Tom Friedli über die Risiken allzu sorgloser Mobilfunknutzung.

In ihrer jüngsten Ausgabe informiert die Wochenzeitung über Sicherheitsrisiken beim Telefonieren, Surfen im Internet und Schreiben von E-Mails – und eben auch im Mobilfunk.

Der geschätzte jährliche Schaden von rund 30 Milliarden Euro der in Deutschland jedes Jahr durch Industriespionage entsteht, läßt sich demnach neben unbesonnener E-mail Korrespondenz oder Internet Nutzung auch auf Handynutzung zurückführen.

Rheinischer Merkur – 12.06.08, von Henning Zander:

[…] „Die größten Gefahren lauern jedoch beim Mobilfunk. Schließlich können Handysignale auch aus größerer Entfernung abgefangen werden. Sogenannte IMSI-Catcher (International Mobile Subscriber Identity) täuschen dem Handy die Basisstation eines Mobilfunkanbieters vor. Wählt sich das Telefon ein, wird es zuerst vom IMSI-Catcher abgefangen, die digitale Verschlüsselung ausgeschaltet und dann erst an die echte Basisstation weitergeleitet. Dann kann das Gespräch mitgeschnitten werden. Die Technik ist sehr teuer. „Aber wie wertvoll sind die Informationen, die man erhalten kann, wenn man sich ein paar Stunden mit einer solchen Anlage vor einem Frankfurter Bankhaus aufstellt?“, fragt Tom Friedli von Safe-com. Das hessische Unternehmen entwickelt Verschlüsselungstechniken für die Telekommunikation. Zu den Kunden gehören Unternehmen und Regierungen, aber auch das Militär.


Doch auch mit wenig Geld kann großer Schaden angerichtet werden. Nur 120 Dollar kosten Programme, mit denen sich Handys aus der Ferne steuern lassen, erzählt Tom Friedli. Der ungewollte Zuhörer kann sich damit während eines Gesprächs hinzuschalten, ohne dass er bemerkt wird. Bislang musste er das Telefon hierfür selbst in der Hand halten. Inzwischen können Veränderungen am Mobiltelefon allerdings auch schon mit einer stillen SMS vorgenommen werden. Diese Kurzmitteilungen werden vom Gerät nicht als normale Textnachricht wahrgenommen und dem Empfänger auch nicht gemeldet.


Ob Internet, Festnetztelefon oder Handy, hundertprozentige Sicherheit bei der Telekommunikation kann es nicht geben. […]

 
Zum Artikel: http://www.merkur.de/2008_24_Feind_hoert_zu.28495.0.html?&no_cache=1

 
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